Christina S. (August bis September 2016)

Wie man auf diesen Fotos unschwer erkennen kann, sind die Kindergartenkinder der St. Mauritz Nursery School Obiya Palaro unbeschwert glücklich und neugierig.

Über diese und viele andere Erlebnisse und berührende Eindrücke möchte ich Ihnen in diesem Artikel berichten.

Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heiße Christina (in Uganda wurde ich immer Kristin genannt), bin 18 Jahre alt und komme aus Münster. Schon immer habe ich davon geträumt, den afrikanischen Kontinent zu bereisen, vor Ort zu helfen und hautnah zu erfahren, wie die Menschen dort leben. Nun war es also im August 2016 so weit, dass ich diese Erfahrungen endlich in Uganda sammeln durfte.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich und herzlich bei der Uganda-Hilfe St. Mauritz e.V. bedanken. Ein ganz besonderer Dank gilt auch allen Freunden und Förderern, die dieses Projekt unterstützen und durch die es möglich ist, vielen Menschen dort einen einfacheren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung zu gewährleisten.

Ebenfalls bedanke ich mich von ganzem Herzen bei Father Cyprian, der mich sehr gastfreundlich empfangen und beherbergt hat. Er hat mir außerdem die ugandische Lebensweise gezeigt und nahegebracht. (APWOYO MATEK PI JOL MA OJOLA PI KARE MA ABEDO KANY!)

Wenn ich mich jetzt, nachdem mich in Deutschland schon wieder der Alltag gefangen hat, an all die wundervollen Erlebnisse erinnere, kommt es mir vor, als wäre es erst gestern gewesen.

Am 8. August stieg ich mit großer Vorfreude und angenehmer Nervosität in das Flugzeug und wurde am nächsten Tag sehr herzlich von meiner afrikanischen Freundin Kevin und dem Gemeindepriester von Obiya Palaro Father Cyprian in Empfang genommen.

Schon auf der siebenstündigen Autofahrt von Entebbe nach Gulu beobachtete ich gespannt die vielen Menschen bei ihrem Alltag. Diese verkauften alltägliche Waren an den Straßen, spazierten von Dorf zu Dorf, trieben Rinder an, kochten oder transportierten Wasser in Kanistern auf ihren Köpfen. Ich sah Kinder, die alte Gummireifen mithilfe von Stöcken vor sich her rollten, die zusammen spielten, die auf Feldern arbeiteten, die Teigwaren verkauften.

All das beeindruckte mich sehr. Es entsprach genau den Bildern, die man aus dem Fernsehen kennt. Doch ich konnte mir noch nicht ausmalen, wie es sich anfühlen musste, so zu leben.

Als wir spät abends Gulu erreichten, realisierte ich erstmals, dass ich 9.000 Kilometer von zuhause entfernt war und dass das Leben dort ein ganz anderes ist. Vor allem in den ersten drei Wochen musste ich mich an die Lebensart, an das Klima und an die Versorgung gewöhnen. Und auch mein Körper versuchte, sich dem ugandischen Alltag anzupassen, wobei ich am Anfang mit so vielen Eindrücken und Erfahrungen „bombardiert“ wurde, dass ich mich oft müde und schlapp fühlte.

Die ersten drei Wochen verbrachte ich also damit, mich an die Umstellung zu gewöhnen und viele neue Leute kennenzulernen. Ich besuchte alle Schulklassen der St. Mauritz Nursery und Primary School, stellte mich der Gemeinde in den drei sonntäglichen Gottesdiensten vor, indem ich mich auch schon an ein paar wenigen Sätzen in der Stammessprache (Luo) versuchte, und ich lernte auch die umliegenden Gemeinden und vor allem deren Priester kennen, mit denen wir oft Ausflüge machten und viel Spaß zusammen hatten.

Wie oben schon erwähnt, war es anfangs auch schwierig, sich an das Klima zu gewöhnen. Die Wärme und der Sonnenschein bei 30 Grad Celsius waren sehr angenehm, wenn auch bei körperlicher Anstrengung mit einer langen Jeans nicht so gut auszuhalten. Allerdings regnete es täglich oft mehrere Stunden und kühlte dann urplötzlich auf 15 Grad Celsius runter, sodass es dann doch sehr frisch war und ein grippaler Infekt mich auch in den ersten vier Wochen ein wenig einschränkte.

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich immer eine lange Hose getragen habe. Nun ja, das hatte einen einfachen Grund: Ich besaß zu der Zeit keine langen Kleider oder Röcke und der Tradition nach trägt man dort keine Shorts. Auch die Männer in Gulu tragen immer lange Hosen.

Für die Menschen vor Ort ist die halbjährige Regenzeit sehr wichtig, da es das fruchtbare halbe Jahr ist. Gerade im August und September werden Avocados, Ananas,  Wassermelonen, Passionsfrüchte, Süßkartoffeln und vieles mehr geerntet. Die Früchte sind sehr lecker, da sie frisch und reif direkt auf den Tisch kommen. Dort wird nicht aussortiert oder mit chemischen Mitteln gedüngt. Man erntet, was vorhanden ist und freut sich über jede Frucht, auch wenn sie hier und dort vielleicht ein paar dunkle Stellen hat. In der Erntezeit wird dann meist sehr einseitig gegessen. Zum Beispiel gab es bei mir im September mittags und abends ausschließlich helle Süßkartoffeln und kleine, braune Bohnen.

Die Regenzeit ist aber nicht nur für die Lebensmittelversorgung enorm wichtig, sondern auch um die Menschen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Manche Haushalte sind schon mit fließendem Wasser ausgestattet (keine sanitären Anlagen wie wir sie kennen, aber zumindest mit einem Wasserhahn, aus dem Wasser entnommen werden kann). In der Trockenzeit kann es allerdings passieren, dass der See, aus dem die ganze Stadt mit Wasser versorgt wird, austrocknet und auch die städtisch modernen Menschen wieder mit Kanistern das Wasser aus Brunnen und Pumpanlagen schöpfen und vor allem transportieren müssen. Auch ich habe mich daran versucht, einen Wasserkanister auf meinem Kopf zu transportieren, bin jedoch grandios gescheitert.

Ebenfalls erwähnenswert ist auch, dass Lebensmittel, egal ob Früchte, Gemüse, Getreide oder Fleisch eigentlich immer unverpackt verkauft werden und dementsprechend auch nicht viel Müll anfällt. Der Plastik- und Papiermüll, der sich aus wenigen Verpackungen oder Plastikflaschen ansammelt, wird nach einiger Zeit auf eigenem Grundstück verbrannt. Die Lebensmittel werden oft nicht gekühlt gelagert, da es in vielen Wohnhütten keine Stromversorgung geschweige denn einen Kühlschrank gibt.

Mit der Stromversorgung in Gulu, also der größeren Stadt nicht weit vom St. Mauritz Zentrum in Obiya Palaro, sieht es ein wenig anders aus. In den meisten Haushalten gibt es keinen Stromanschluss, vor allem in den Dörfern nicht. Doch ein paar Geschäfte und die großen Straßen Gulus bekommen Strom. Es gibt nur einen Stromanbieter und wenn ein Gewitter angekündigt ist oder es anfängt, zu regnen, kappt die Stromgesellschaft die Verbindung und es kann passieren, dass die ganze Stadt für ein paar Stunden bis hin zu mehreren Tagen im Dunkeln ist.

In St. Mauritz sind wir allerdings über Solaranlagen immer mit Strom versorgt und auch das Wasser wird in großen Aufbereitungsbehältnissen gereinigt und in einem ewigen Kreislauf immer wieder verwendet.

An den „Straßen“ (wenn man die erdigen, hügeligen Wege so nennen möchte) gibt es keine Straßenbeleuchtung und weil es in Uganda eigentlich immer so ab 18 Uhr ganz schnell dunkel wird, habe ich auch meistens versucht, vor  Einbruch der Dunkelheit in St. Mauritz zu sein oder mir zumindest eine sichere Fahrgelegenheit organisiert, da weiße junge Mädchen für die Ugander auch nicht uninteressant sind.

Die Strohdächer der Wohnhütten bestehen aus Gras bzw. Stroh und Bambuszweigen und sind wie auch die Lehmwände meist selbst gebaut. Manchmal findet man ganze Familien, die in solch einer kleinen Hütte leben. Darin befinden sich u.a. oft nur zwei  herkömmliche Einzelbetten, auf denen eine sechsköpfige Familie nachts schläft.  

Die größere Stadt Gulu ist von unserem Projekt zu Fuß etwa 40 Minuten entfernt. Mit einem Boda Boda (einem typischen Motorrad-Taxi) sind es nur 12 Minuten Fahrzeit. In Gulu und den um-liegenden Dörfern leben ca. 140.000 Menschen. Das Zentrum ist technisch auch schon relativ weit fortgeschritten und modern, während die Menschen in den Dörfern noch unter sehr ärmlichen Bedingungen leben.

In Gulu gibt es ein großes Marktgebäude, in dem viele Frauen alltägliche Nutzgegenstände, Lebensmittel und Stoffe verkaufen. Es gibt einige Reihen, in denen sich ca. 15 verschiedene kleine Stände befinden, an denen die Produkte der jeweiligen Ernteperiode verkauft werden, und viele kleine Räume, in denen bunte Stoffe aus diversem Material und mit verschiedenen Mustern verkauft werden. Große Käfige, in denen Hühner oder Ziegen darauf warten, verkauft zu werden, Tische, auf denen unendlich viele tote oder getrocknete Fische liegen, viele altmodische Nähmaschinen, an denen Schneider und Schneiderinnen sitzen und auf Wunsch traditionelle Kleidungsstücke anfertigen. Auch ich habe mir zwei hübsche Kleider anfertigen lassen.

Aber auch an den Straßen Gulus gibt es viele Verkaufsläden, kleine Apotheken, Mobilfunk Anbieter, Motorrad Werkstätten, Sport-Wett-Stellen, Tankstellen und sogar kleine Supermärkte (von der Größe her vergleichbar mit unseren „Tante Emma Lädchen“). Diese sogenannten Supermärkte werden sogar von bewaffneten Sicherheitsbeamten bewacht. Die Kriminalitätsrate in Uganda ist vergleichsweise hoch und leider sind einige (vor allem ältere Männer) fast immer betrunken.

Insgesamt ist Gulu eine sehr belebte Stadt mit vielen Menschen und viel Verkehr.

Wie Luzia in ihren Berichten schon erzählte, herrschte in Uganda bis vor 10 Jahren noch ein heftiger Bürgerkrieg. Davon erholt sich das Land zwar, ist aber doch noch weit zurück, wenn man es mit den europäischen Standards vergleicht. Sowohl die hygienischen und medizinischen Bedingungen, die Versorgung mit Lebensmitteln als auch die Bildung sind bisher zwar noch nicht auf europäischen Standard, aber man spürt, dass ein fortschrittliches Denken aufkommt und sich das Land in großen Schritten weiterentwickelt.

Dazu wird allerdings jede Hilfe benötigt. Und deshalb an dieser Stelle auch noch einmal einen herzlichen Dank an alle Unterstützer dieses Projekts!

In meinem ersten Monat habe ich morgens in der Nursery School (eine Art Vorschul-Kindergarten) geholfen und den vier- bis fünfjährigen Kindern in Form von Liedern, Spielen und Wiederholungsübungen die englische Sprache beigebracht. Diese kleinen Kinder haben mich am allermeisten beeindruckt.

In meinem ganzen Aufenthalt habe ich nur ein Kuscheltier, nur ein Spielzeug, gesehen. Das war ein kleiner Teddybär mit einer Kette aus bunten Perlen. Ansonsten haben die Kinder unglaublich gerne zusammen gesungen und getanzt, haben mit kleinen Kieselsteinen gespielt oder, sofern das möglich war, kleine Burgen aus der roten, sandigen Erde gebaut. Einige nutzten gerne die Spielmöglichkeiten, die es auf dem Schulhof gibt, wie Rutschen und ein kleines Karussell. An meiner weißen Haut(-farbe) waren die Kinder auch sehr interessiert. Sobald die Möglichkeit bestand, rannten sie auf mich zu und wollten alle meine Hände berühren.

Vor allem das fröhliche und unbeschwerte Lächeln dieser Kinder  berührte mich sehr. Es geht ihnen nicht darum, ein neues Spielzeug zu bekommen. Sie denken nicht an die neuesten Gameboy Spiele oder an ein eigenes Fahrrad. Sie freuen sich darüber, dass sie zur Schule gehen dürfen und ihre Eltern das Schulgeld in diesem Jahr aufbringen können.

Das mit dem Schulgeld ist auch noch ein wichtiges Thema. Sehr häufig entspricht das Schulgeld pro Trimester (ein Schuljahr ist dort in Trimestern eingeteilt) pro Kind etwa einem Monatslohn des Vaters (wenn er einen richtigen Job hat, also Lehrer oder Polizist ist). Wenn man jetzt bedenkt, dass die meisten Familien in Uganda etwa sechs bis acht Kinder haben, ist sofort klar, dass es schwierig ist, jedem Kind eine Schulausbildung zu ermöglichen.

In der ersten Woche nach den ugandischen Ferien kam ich in die Vorschulklasse und bemerkte, dass nur ca. 30 Kinder in dem sonst mit 70 Kindern überfüllten Klassenraum da waren. Auf die Frage nach dem Grund dafür, wurde mir gesagt, dass die Schülerinnen und Schüler aussortiert und nach Hause geschickt wurden, wenn das nötige Schulgeld noch nicht gezahlt wurde.

Nachmittags unterrichtete ich häufig in der siebten Klasse der St. Mauritz Grundschule Englisch. An dem Bildungssystem muss nach meiner Meinung definitiv auch noch gearbeitet werden. Zum einen ging es in der Schule sehr chaotisch zu: Stundenpläne wurden nicht eingehalten, Unterrichtsstunden wurden mitten drin abgebrochen und am Ende des Schultages fortgeführt, ursprüngliche Lehreinheiten wurden in Stunden gewandelt, in denen die Schülerinnen und Schüler das Gras auf dem Sportplatz und dem Schulhof mithilfe von Sensen kürzen sollten, und auch die festgelegten Prüfungstage wurden spontan verschoben – alles sehr afrikanisch.  Zum anderen sind sowohl  der Inhalt der Lehreinheiten als auch  die Prüfungsmethoden oftmals keine besonders ergiebigen Mittel, Kindern eine gewisse Allgemeinbildung mitzugeben und zu vermitteln. Da fällt mir eine kleine Geschichte ein:  Eine Lehrerin erzählte den Schülerinnen und Schülern der siebten Klasse, nachdem ich ein wenig über unsere Jahreszeiten erzählt hatte, dass sich in Deutschland alle Menschen inklusive der Männer im Winter die Nägel lackieren würden, um diese vor Kälte zu schützen. Da konnte ich dann doch klarstellen, dass dies nicht der Fall ist.

Insgesamt habe ich also beobachtet, dass das ugandische Schul- und Bildungssystem noch viel Fortschritt bedarf und vor allem auch die Lehrer, die ihren Unterrichtsstoff eins zu eins einem einzigen Lehrbuch entnehmen, oft selbst nicht ausreichend ausgebildet sind. Außerdem muss man noch hinzufügen, dass die Arbeitslosenquote in Uganda sehr hoch ist. Auch wenn die Kinder also eine gute Schulausbildung genießen und abschließen, finden sie zunächst keine Arbeit und behelfen sich mit ein paar Überbrückungsmonaten als Motorrad-Taxifahrer.

Mein zweiter Monat begann dann mit einem Kurztrip zum größten ostafrikanischen Nationalpark, dem Murchison Falls Park. Das war ein aufregender Tag. Wir, also meine Freundin Kevin, Father Cyprian und ich, fuhren mit unserem Jeep durch den über 3.800 km² großen Park und sahen viele wildlebende Tiere. Zunächst sahen wir nur Unmengen an Büffeln in einer Herde und Antilopen in kleineren Gruppen. Aber nach einiger Zeit und auf unserer Rundfahrt mit einem Guide begegneten uns auch die Giraffen, vereinzelt auch kleine Äffchen und dann endlich auch meine Lieblingstiere, die Elefanten. Ein Elefantenbulle stand sogar mitten auf dem Feldweg und wir waren ihm mit dem Auto so nahe, dass er sich sogar aufbäumte und laut trompetete. Auf meiner Bootsfahrt auf dem Nil sah ich viele Nilpferde und verschiedene Vogelarten. Zum Schluss stieg ich noch etliche Treppen, um bis an den höchsten Punkt der Murchison Falls, also der Wasserfälle zu gelangen und genoss von dort oben den unfassbaren Ausblick und die Geräuschkulisse des tosenden Wassers.

Als wir am nächsten Tag wieder zurück in Gulu waren, fing ich an, im Health Centre, also auf der Krankenstation bzw. Medizinstation zu helfen, in der Luzia auch gearbeitet hatte.

Auch dort freundete ich mich schnell mit den Krankenschwestern, dem Laborarbeiter und dem Arzt an und versuchte, die Patienten auf der traditionellen acholischen Sprache in Empfang zu nehmen. Teilweise war es echt schwierig die Antworten zu verstehen, wenn ein kleines Kind seinen Namen so vor sich hin nuschelte oder eine ältere Dame in ihrem alltäglichen Akzent die Wörter so schnell es ging aneinanderreihte. Aber nach und nach gewöhnte ich mich auch daran. In den allermeisten Fällen kamen Patienten mit Malaria zu uns, was vielleicht vergleichbar ist mit unserem Anteil an Patienten mit grippalem Infekt. Natürlich sind die Krankheiten keineswegs vergleichbar, da eine Malaria sehr schlimme Folgen mit sich tragen kann und nur mit richtiger medizinischer Behandlung auf eine Besserung gehofft werden kann. Die Arzneimittel sind auch nicht für alle Menschen erschwinglich, weshalb viele Mütter mit ihren Kindern erst sehr spät einen Arzt aufsuchen und diese behandeln lassen.

Mittwochs bin ich mit meiner Freundin Grace immer zum Impfen in umliegende Dörfer gefahren. Dort haben wir die Menschen aufgeklärt und Erwachsene oft gegen Tetanus geimpft. Im September haben wir von der Stadt den Hepatitis B Impfstoff erhalten und daraufhin etliche Schulklassen damit geimpft, nachdem jeder einzelne sein Blut auf Hepatitis B testen lassen musste.

Kleinere Operationen wurden auch ambulant und ohne Betäubung im Health Centre durchgeführt. Im Health Centre haben wir keinen offiziellen Arzt, sondern „nur“ einen Medical Officer, also einen medizinisch ausgebildeten jungen Mann, der noch darauf wartet, sein Studium anzufangen. Doch die Universitätskosten übersteigen das zur Verfügung stehende Vermögen.

An die Medizinstation anschließend befindet sich auf unserem Gelände auch noch eine Geburtsstation für werdende Mütter und ab und zu werden dort auch Patienten mit einer schweren Malaria beherbergt, wenn sie an den Tropf müssen.

Ich habe dort viele junge schwangere Mädchen gesehen. Aufgeklärt über Verhütungsmittel waren die in keinem Fall und meistens brechen sie dann schon nach der Grundschule, also nach der siebten Klasse ihre Schulausbildung ab und gründen eine Familie.

Deshalb und weil die Mädchen sich auch zuhause schon im jungen Alter um den Haushalt kümmern müssen und die schulische Ausbildung oft nicht zu Ende bringen können, haben wir in St. Mauritz  nun eine Beherbergungsstätte für ca. 200 Mädchen eingerichtet, die dann dort vor Ort leben können und versorgt werden (quasi wie ein Internat).

Geld sparen viele Ugander auf ihrem Handy und können mit diesem mobile money sowohl kleinere Kredite aufnehmen, als auch in Hotels oder anderen Einrichtungen damit zahlen. Das monatliche Gehalt wird teilweise an zwei Terminen im Monat bar gezahlt, damit man schon mal für die nächsten zwei Wochen versorgt ist.

Aber das allermeiste, was zum Leben gebraucht wird, wird auch nicht gekauft, sondern selbst angebaut, geerntet, gehütet oder geschlachtet. Damit wären wir wieder beim Essen. Ich, als Vegetarierin, bin zwar gut mit dem Essen klargekommen, aber es gab vor allem, wenn man Gäste empfing oder bei anderen zu Gast war, hauptsächlich Fleisch. Im Gegensatz zu den westlichen Massentierhaltungen und Fleischproduktionen leben die Hühner, Hähne und Ziegen aber bei einem selbst und wenn man Appetit darauf hat oder, wie gesagt, Besuch erwartet wird, wird das Huhn eben geschlachtet und gerupft oder die Ziege gehäutet und über ein Feuer gehangen.

Gekocht wird dort selbstverständlich nur über dem Feuer. Manche sammeln Feuerholz, manche verbrennen aber auch Holzkohle, die sehr riskant transportiert wird. Gegessen wird dann mit den Händen, die vor jeder Mahlzeit ordentlich gewaschen werden. Die Frauen sitzen meistens auf dem Boden, während die Männer auf Stühlen sitzen dürfen. Die für uns unterwürfige Frauenrolle ist in Uganda noch sehr ausgeprägt. Frauen knien bei der Begrüßung eines Mannes oftmals nieder und auch bei einem Gespräch darf die Frau nicht über der Augenhöhe des Mannes stehen.  

Im Übrigen nimmt die Frau in der Regel ihre typische Rolle als Hausfrau und Mutter an. Sie kocht, sie spült, sie putzt, sie wäscht, und sie kümmert sich um die Kinder. Trotz allem sind die Mütter zuhause (nicht in der Öffentlichkeit) dann aber doch der dominantere Part der Familie, weil sie für die Erziehung der Kinder sorgen und diverse Entscheidungen treffen.

Es gibt in Uganda viele gläubige Christen und es ist auch noch so, dass viele Kinder und junge Menschen Gottesdienste besuchen – meist sind es die Mädchen und Frauen. Die Gottesdienste sind aktiver als unsere deutschen Gottesdienste und auch die Musik klingt mit den selbstgebauten Musikinstrumenten sehr schön. Es wird viel geklatscht, gesungen und auch getanzt. Außerdem werden Gottesdienste insofern genutzt, als dass ganze Dörfer sich versammeln und man ihnen einige lebensnahe Ratschläge mitgeben kann oder über anstehende Projekte oder aktuelle Probleme diskutieren kann. Die Priester sprechen in ihren Gottesdiensten häufig zum Beispiel auch an, wie wichtig eine gute Schulbildung ist. Ich habe die Gottesdienste regelmäßig mit Freude besucht und auch ganz besondere Gottesdienste wie eine Ordination, ein Chorjubiläum und das St. Mauritz Fest erlebt. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Menschen in ihren hübschen Sonntags- und Festtagskleidern den Gottesdienst besuchen, wie die jungen Mädchen vor dem Altar zum Rhythmus der Musik tanzen und die Menschen begeistert singen und klatschen oder angeregt diskutieren. Gerade bei den Gottesdiensten spürt man auch den Zusammenhalt, den der Glaube uns allen gibt, und die wohltuende Gemeinschaft.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es ein sehr erlebnisreicher Aufenthalt war und ich mir von ganzem Herzen wünsche, dass dieses Projekt von vielen Menschen auch weiterhin unterstützt wird.

Ich weiß, dass es zunächst abstrakt ist, sich vorzustellen wie das gespendete Geld verwendet wird. Aber ich kann nun aus Erfahrung sagen, dass das Geld ankommt und in jedem Fall sinnvoll genutzt wird. Gerade auch der Bau des neuen Krankenhauses wird das Leben der Einheimischen unglaublich verbessern. Ich bin froh, dass wir den Menschen durch medizinische Versorgung, durch den christlichen Glauben und durch eine zukunftsorientierte Bildung eine bessere Zukunft ermöglichen können.

Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und unglaublich viele berührende Eindrücke festgehalten, sei es mit der Kamera oder in meinem Herzen, dass ich diese zwei Monate nicht missen möchte. Auch wenn die ersten Wochen einer kompletten Umstellung bedurften, musste ich gerade in den letzten beiden Wochen feststellen, dass zwei Monate wirklich ein zu kurzer Zeitraum sind, um das ugandische Leben richtig zu genießen. Gerade war ich angekommen und fühlte mich sehr wohl und schon stand auch schon der Rückflug vor der Tür. Die Verabschiedungen waren kaum erträglich und sehr traurig.

Nun, zurück im alltäglichen Geschehen, vermisse ich die fröhlich-freundliche, unbeschwerte Lebensart der Leute sehr und denke oft an die vielen Erlebnisse zurück.  Ich wünsche mir, dass ich meine neugewonnenen Freunde in Zukunft noch häufig besuchen kann und dass ich helfen kann, die Welt ein bisschen zu verbessern oder die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten an einzelnen Stellen ein wenig mindern kann.

Wichtig und schätzenswert sind wirklich – und das habe ich in diesen zwei Monaten noch deutlicher erfahren – Gesundheit, Bildung, Glaube und Familie. Und wenn wir alle nur etwas Kleines geben, können wir damit zusammen etwas Großes bewirken.

Vielen, vielen Dank! APWOYO MATEK!

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Besuch im März 2019

Hallo zusammen, 

Icoo maber,

ich habe nach über zwei Jahren endlich wieder unsere Freunde in Obiya Palaro besucht und dort wunderbare vier Wochen verbracht.

Erst einmal möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen bedanken, die mir die Reise ermöglicht haben und die dieses Projekt am Leben halten und unterstützen. Ganz lieben Dank auch an alle, die mich in Uganda willkommen geheißen haben! Apwoyo matek pi jola in St. Mauritz Obiya Palaro!

Auch auf dieser Reise habe ich unglaublich viel erleben dürfen und konnte diesmal sogar etwas mehr in unserem Projekt helfen. 

Die erste Woche verbrachte ich zusammen mit Henrike Q., einer Lehrerin vom Annette-Gymnasium. Gemeinsam kümmerten wir uns um die Flüchtlinge aus dem Südsudan, machten uns Gedanken um den Plan für eine neue Nursery School und schauten uns das Youth-Project an.

Das Youth-Empowerment-Project ist eine Einrichtung für diejenigen, die die Schule nicht beendet haben und nun dabei unterstützt werden, sich selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Es gibt diverse Kurse, in denen Tipps zum Umgang mit Geld und zur Finanzierung eines eigenen kleinen Business vermittelt werden. Dank der vielen großzügigen Spenden haben wir nun die Möglichkeit, vor Ort Produkte herzustellen, die dann auf dem ugandischen Markt verkauft werden. Und vielleicht findet man ja auch demnächst einige Produkte „made in Obiya Palaro“ bei uns in Deutschland. 


In den ersten Wochen lief das Projekt leider nur sehr schleichend an. Aber nach einigen Gesprächen mit den Verantwortlichen trifft man nun jeden Nachmittag eine Gruppe von etwa zehn Frauen und Männern, die in unseren Räumlichkeiten hinter der Primary School Taschen, Armbänder, Ketten und Engel aus Bananenblättern gestalten und herstellen. Eine spezielle Nähmaschine für Lederarbeiten wurde während meines Aufenthaltes installiert und die Bedienung wurde allen erklärt. Dabei sind bis zu meiner Heimreise schon viele wunderschöne Sandalen entstanden. 

Alles in allem lief das Projekt zwar etwas schleppend an, aber die Ergebnisse und Werke der fleißigen und kreativen Jugendlichen können sich auf jeden Fall sehen lassen.

Über die Flüchtlinge aus dem Südsudan hat Henrike ja schon einiges berichtet. Ich möchte aber gerne noch einmal betonen, wie wichtig dieser Schritt für die Kinder und Jugendlichen aus dem Südsudan war. Natürlich sind der Krieg und die Flucht nicht ohne Spuren und ohne Traumata an den Kindern vorbeigegangen, aber trotz all dem Erlebten blühen die Jugendlichen bei uns auf. Sie lachen viel, tanzen und genießen die Zeit, die sie in der Schule oder in dem Dormitory verbringen dürfen. Leider wissen wir nur sehr wenig über den gesundheitlichen Zustand der Jugendlichen. Deshalb habe ich zusammen mit unserem neuen Clinical Officer Jonathan O. versucht, einen medizinischen Check-up zu organisieren, bei dem wir die Jugendlichen auf diverse Infektionserkrankungen, Hauterkrankungen, eine evtl. bestehende Schwangerschaft bei den Mädchen, etc. testen, damit wir sie in Krankheitsfällen schneller und besser behandeln und eine weitere Ausbreitung der Krankheiten weitestgehend vermeiden können. 

An einem Tag besuchten wir das Flüchtlingslager in Palabek, in dem über dreißig tausend Menschen leben und untergebracht sind; und das ist noch eines der kleinsten Flüchtlingscamps an der Grenze zum Südsudan. Diese Camps sind aber nicht wie in Deutschland nur provisorisch, sondern richtige Settlement-Camps (Ansiedlungen). Die Geflüchteten bauen sich Hütten, Schulen und weitere Infrastruktur. Einige ugandische Bürger und Bürgerinnen helfen vor Ort: in den Schulen, Gemeinden und medizinischen Einrichtungen; so auch die Frau unseres neuen Clinical Officers, die dort auch als Klinikerin eingestellt ist und hilft. Wir haben einige von den jugendlichen Geflüchteten in unser Internat aufgenommen, um Ihnen uneingeschränkten Zugang zu Bildung und medizinische Versorgung zu ermöglichen und ein sicheres Zuhause zu bieten.

Henrike engagierte sich unter anderem auch sehr in der Nursery School. Als ich ankam, hatte sie schon einige Gespräche mit den Lehrerinnen und der Schulleiterin geführt, um all die Wünsche zu erfassen, die in den Plänen für den neuen Kindergarten berücksichtigt werden sollen. Die vorhandenen Gebäude sind einfach zu klein. Auch ist die Bausubstanz teilweise marode. Unter anderem soll es zukünftig eine überdachte Spielfläche, Platz für Tische und kleinere Klassengrößen (maximal 35 SchülerInnen pro Klasse) geben. Nach einigen Meetings mit diversen Komitees in Uganda versuchen wir nun, gemeinsam mit Steffen L., einen geeigneten Plan zu entwerfen, damit der Bau der neuen Nursery School sehr bald beginnen kann. 

In den verbleibenden drei Wochen arbeitete ich viel in unserem Health Center, impfte Kinder und schwangere Frauen, legte Zugänge, teilte Medikamente aus und half in der Verwaltung. Da gab es mit der Eröffnung des Krankenhauses nämlich eine Menge zu tun: 

Nachdem die restlichen Betten endlich angekommen waren, bestellten wir eine Ladung Bettbezüge, die erst geschneidert und dann mit einem St. Mauritz Aufdruck versehen werden mussten. Das gesamte eingespielte Team aus dem Health Center war gefragt, als es darum ging, das Krankenhaus zweimal gründlich zu putzen, damit die Betten bezogen und die ersten Patienten im Krankenhaus untergebracht werden konnten – und das Bettenbeziehen ist nicht so einfach, ich musste diese spezielle Technik erst lernen und man muss dafür immer zu zweit sein – sehr aufwendig. Ich habe mich dann auch um die vorläufige Beschilderung der Räume gekümmert und diese drucken lassen und zusammen mit dem Clinical Officer aufgeschrieben, was an Einrichtungsgegenständen alles noch gebraucht wird. 

Übrigens haben wir einige Neuzugänge in unserem Health Center Team: Wie schon erwähnt, den neuen Clinical Officer, Jonathan O., der nach seinem Studium schon einige Jahre gearbeitet und nun eine Stelle bei uns erhalten hat. Er wurde zum Incharge (Chef für das Health Center) gewählt und vertritt seine Rolle sehr gut. Sehr engagiert hat er geholfen, die offizielle Eröffnungsfeier des Krankenhauses zu organisieren, das Health Center und sein Team neu zu strukturieren und ein bisschen frischen Wind in das Bestehende hineinzubringen. Nachdem ich den neuen Arbeitsplan erstellt hatte, hat er sich stark dafür eingesetzt, diesen auch umzusetzen und damit zu gewährleisten, dass das Health Center 24 Stunden am Tag besetzt ist und Notfälle jederzeit behandelt und gegebenenfalls aufgenommen werden können.

Außerdem haben wir auch eine neue weibliche Kraft unter den Clinical Officers. Sie heißt Lydia und ist auch eine sehr kompetente und sympathische junge Ärztin, die zusammen mit Jonathan ein gutes Team bildet. 

Die neue Krankenschwester, Fiona, zeigte auch von Anfang an vollen Einsatz, indem sie sich direkt auf den neuen Arbeitsplan einließ und schon in ihrer dritten Woche Nachtschichten übernahm. Auch sie ist eine schon sehr erfahrene, aber dennoch junge Krankenschwester, die ihre Arbeit mit viele Freude, Empathie und Kompetenz erledigt.

Als vierten im Bunde haben wir nun sogar einen Nachtwächter für das Krankenhaus, der die Patienten, die nachts zum Krankenhaus kommen, freundlich empfängt und sie begleitet. Er soll für Sicherheit sorgen.

Jetzt habe ich zwar die vier Neuzugänge für ihr ganzes Engagement gelobt, ich möchte mich aber auch ganz herzlich bei den anderen Teammitgliedern bedanken, die nach den vielen Jahren, die sie schon für uns arbeiten, besonders jetzt viele Veränderungen auf sich nehmen, sich an die neue Organisation anpassen und unglaublich viel Einsatz zeigen. Apwoyo matek!Vor allem die Vorbereitungen für die offizielle Eröffnung haben uns sehr auf Trab gehalten, neben all den Patienten, die nach der Ankündigung, dass das Health Center nun 24 Stunden am Tag geöffnet sei, in Scharen aufliefen. Die Schlüsselübergabe an den Erzbischof, das gemeinsame Frühstück mit dem Health Center Team, das Mittagessen für den Erzbischof und einige geladene Gäste und das Schmücken des neuen Krankenhauses mussten geplant und organisiert werden.

Nachdem wir also samstags noch bis nachts alles vorbereitet und am Sonntag vor der Feier den letzten Feinschliff getan hatten, begann die Zeremonie mit dem Einzug des Erzbischofes Odama und Father Cyprian. Zunächst wurde das Krankenhaus gesegnet und im Anschluss folgte dann ein traditioneller Gottesdienst. Der Erzbischof sprach einige liebevolle Worte und bedankte sich vor allem ganz herzlich bei allen Spendern aus Deutschland, die dieses Projekt ermöglichen. Er erzählte den Anwesenden von der deutsch-ugandischen Freundschaft und von den großzügigen Spenden der Leser der Westfälischen Nachrichten, die zunächst einen Großteil des Outpatient-Bereichs (Hausarztpraxis) und nun das neue Krankenhaus mitfinanziert haben. Gleichzeitig ermahnte er die Besucher, dass sie sich helfen lassen sollten, wenn sie sich krank fühlen würden und betonte noch einmal, wie dankbar alle sein dürfen, dass es nun ein Krankenhaus in Obiya Palaro gibt.

Der Erzbischof segnete alle, schnitt das obligatorische Einweihungsband durch und ging mit uns gemeinsam durch jeden fertiggestellten Raum des Krankenhauses.

Danach feierten wir einen wunderschönen Gottesdienst in unserer multi-purpose hall und aßen anschließend mit dem gesamten Health Center Team und einigen anderen geladenen Gästen ein leckeres Frühstück, bestehend aus Samosas und Cassava mit Odii und einem leckeren Avocado-Orangen-Maracuja-Saft. 

Es gab selbstverständlich auch in einem kleinen Rahmen noch ein großartiges und vielfältiges Mittagessen im Anschluss und der Erzbischof schien sehr froh über seinen Besuch in St. Mauritz zu sein. Und auch wir sind ihm sehr dankbar, dass er uns erlaubt hat, dieses Krankenhaus zu erbauen und es nun in Betrieb nehmen zu dürfen. Wir danken ihm, dass er sich die Zeit genommen hat, zu uns zu kommen und das Krankenhaus zu segnen und die offizielle Eröffnung zu zelebrieren. Apwoyo matek!

Nach dieser wunderbaren Eröffnungsfeier haben wir montags schon ein ganzes Zimmer mit zehn Patienten gefüllt, die für eine weitere Infusion oder zur Überwachung über die Nacht im Krankenhaus bleiben mussten. Bisher ist jeder Patient wieder fit und gesund aus dem Krankenhaus entlassen worden. Schwierige Fälle müssen wir allerdings auch noch an andere Krankenhäuser in Gulu überweisen, weil wir weder die Ausstattung, noch das ausgebildete Personal für diese Patienten haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Das Krankenhaus läuft bisher sehr gut an und wir hoffen natürlich, dass wir uns weiterhin vergrößern und verbessern können. In kleinen Schritten kommt man manchmal auch schneller voran, als wenn man sich mit großen Schritten bewegt und zu viel Energie verbraucht. Denn auch die Eröffnung des ersten Teils des Krankenhauses brachte schon einige Veränderungen mit sich, die bisher aber von allen super angenommen wurden. 

Aber auch nach der offiziellen Eröffnung gab und gibt es noch einiges zu tun: Es mussten Medikamente bestellt werden, das Krankenhaus muss noch weiter ausgestattet werden, denn es fehlen noch viele Einrichtungsgegenstände. Auch das für die Eröffnung des Krankenhauses neu angeschaffte Blutanalysegerät (CBC-Maschine) muss noch installiert werden.  

Leider musste ich ein paar Tage später schon wieder nach Deutschland reisen. 

Gerne wäre ich noch etwas länger vor Ort geblieben und hätte weiterhin geholfen, alles zu organisieren. Vor Ort ist es dann ja doch immer einfacher als über weite Kommunikationswege.Insgesamt hatte ich einen wunderbaren Monat in Gulu und ich bin unendlich dankbar für all die engen Freundschaften und die großartigen Projekte, die in Obiya Palaro erschaffen wurden. 

Hier noch ein paar Einblicke in das Dorfleben in unseren umliegenden Dörfern, die zur Gemeinde St. Mauritz in Obiya Palaro gehören:

Von allen Ugandern darf ich auch herzliche Grüße aus Gulu ausrichten mit einem großen Dankeschön an all die Unterstützer der Uganda-Hilfe. Danke, dass die Menschen in St. Mauritz Obiya Palaro mit Brunnen und sauberem Trinkwasser versorgt sind, Zugang zu Bildung haben, der stetig verbessert wird, und Gesundheitseinrichtungen erreichen können, die durch das weiterhin wachsende, neue Krankenhaus komplettiert werden. Apwoyo matek!

Auf viele weitere Reisen zu unseren Freunden in Uganda!

Bis hoffentlich sehr bald

Christina Strobel

Kleiner Nachtrag, 16. April 2019: Die CBC-Maschine (Blutanalyse-Maschine) wurde endlich installiert, nachdem wir so lange auf einen neuen Tisch für das Labor gewartet hatten. Sie ist ab sofort in Benutzung!